Die Geheimnisse einer Landschaftsgärtnerin 

Gartengestaltung Libelle - Isabella Pfenning - Logo- Libelle
Ein schöner, blühender Garten, beim Sonnenuntergang, mit warmer Lichtstimmung. Links ein Gartenhaus aus Holz, auf einer Bank vor Hütte liegt eine Katze. Im Zentrum und rechts im Bild sieht man viele üppig blühende Pflanzen und grüne Sträucher.

Warum Gartengestaltung viel mehr mit Menschen als mit Pflanzen zu tun hat

Seit meinem 15. Lebensjahr beschäftigen mich Gärten, Pflanzen und die Natur. Es gibt kaum etwas, das mich über so viele Jahrzehnte hinweg so fasziniert hat. Deshalb werde ich oft gefragt, ob man nach so vielen Jahren überhaupt noch Neues erlebt.

Gartengestalterin Isabella Pfenning bei der Arbeit in einem blühenden Garten.

Meine Antwort lautet: Ja – jeden Tag.

Allerdings sind es nicht in erster Linie die Pflanzen, die mich überraschen. Es sind die Menschen.

Niemand muss sich für seinen Garten entschuldigen

Wenn ich zu einem neuen Kunden komme, passiert fast immer etwas, das mich bis heute berührt. Viele beginnen unser erstes Gespräch mit einer Entschuldigung.

"Bitte schauen Sie nicht so genau hin."

"Wir kennen uns mit Pflanzen überhaupt nicht aus."

"Unser Garten schaut furchtbar aus."

Garten mit großen Steinblöcken im Vordergrund.

Dabei denke ich jedes Mal dasselbe: Es gibt überhaupt keinen Grund, sich zu entschuldigen.

Niemand würde von einem Gartenbesitzer erwarten, dass er eine Gartenplanung selbst erstellt – genauso wenig, wie man von jedem Menschen erwartet, ein Haus zu planen oder eine Küche zu entwerfen. Genau dafür gibt es Fachleute.

Eine Gartengestaltung beginnt mit Zuhören

Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, dass eine gute Gartengestaltung nicht mit einer Pflanze beginnt.

Sie beginnt mit Zuhören.

Ich möchte wissen, wie die Menschen leben. Ob kleine Kinder durch den Garten laufen oder ob sie gerade ausgezogen sind. Ob der Garten ein Ort zum Spielen, zum Genießen oder einfach zum Abschalten werden soll. Ich schaue mir den Boden an, das Licht, die vorhandenen Bäume und die Umgebung.

Gemütlicher Garten im Landhausstil. Im Vordergrund sieht man eine Hängematte, die zwischen zwei äumen aufgehängt ist.

Erst wenn all diese Puzzleteile zusammenpassen, entsteht langsam ein Bild.

Ein Garten ist für mich nie nur eine Fläche mit Pflanzen. Er ist ein Lebensraum.

Aus vielen Puzzleteilen entsteht ein Garten

Oft werde ich gefragt, welche Pflanzen ich empfehle oder welche Sorten ich am liebsten verwende.

Natürlich kenne ich unzählige Pflanzen – ihre deutschen und botanischen Namen, ihre Eigenschaften und ihre Ansprüche. Dieses Wissen gehört zu meinem Beruf und ich liebe es.

Aber ehrlich gesagt: Das allein macht noch keine gute Gartengestaltung aus.

Ich vergleiche das gerne mit Kleidung. Die Lieblingshose, die Lieblingsjacke und die Lieblingsschuhe können für sich genommen wunderschön sein. Trotzdem entsteht daraus nicht automatisch ein stimmiges Outfit.

Mit Pflanzen ist es genauso. Nicht jede schöne Pflanze passt zu jeder anderen. Entscheidend ist das Zusammenspiel. Deshalb ist für mich das Gesamtkonzept wichtiger als eine möglichst lange Pflanzenliste.

Üppig blühender Garten im englischen Landhausstil, mit eine Rosenbogen im Hintergrund.

Von der Idee zur Wirklichkeit

Was mich nach all den Jahren immer wieder begeistert, ist die Freude der Menschen, wenn ihr Garten langsam Gestalt annimmt.

Natürlich läuft nicht immer alles perfekt. Manchmal macht das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Manchmal verzögert sich eine Lieferung oder eine Pflanze entwickelt sich anders als erwartet.

Aber genau das gehört zu einem lebendigen Garten dazu.

Ein Garten ist kein fertiges Produkt. Er wächst, verändert sich und entwickelt sich weiter – genau wie die Menschen, die darin leben.

Ein Seerosenteich mit blühenden Seerosen. Im Vordergrund sieht man eine große, pinke Seerose.

Ein Garten lebt und verändert sich

Vielleicht ist das das größte Geheimnis einer Landschaftsgärtnerin.

Ein Garten wird niemals zu hundert Prozent fertig sein. Und genau darin liegt seine Schönheit.

Man kann mit viel Erfahrung, guter Planung und großer Sorgfalt die besten Voraussetzungen schaffen. Aber die Natur bleibt lebendig. Sie überrascht uns, sie verändert sich und manchmal zeigt sie uns einen besseren Weg, als wir ursprünglich geplant hatten.

Für mich ist das kein Fehler. Es ist das Wesen eines Gartens.

Gartengestalterin Isabella Pfenning sitzt auf einer kleinen Steinmauer in einem Garten den sie gestaltet hat.

Das größte Gartengeheimnis

Wenn ich heute auf viele Jahrzehnte Gartengestaltung zurückblicke, dann bin ich nicht in erster Linie stolz auf die Anzahl der geplanten Gärten.

Ich freue mich über die Menschen, die sich in ihrem Garten wohlfühlen. Über Gespräche Jahre später. Über Einladungen, den Garten wiederzusehen. Über das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde.

Denn am Ende geht es für mich nicht darum, den schönsten Garten zu gestalten. Sondern einen Garten, der sich für seine Besitzer richtig anfühlt.

Und vielleicht ist genau das das größte Geheimnis einer Landschaftsgärtnerin.

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