Naturreise auf die Kanarischen Inseln 2024

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Leserinnen und Leser meiner Gartenpost wissen wahrscheinlich, dass mein Herz für den englischen Landhausgartenstil schlägt und dass ich sehr gerne nach England reise, um dort öffentliche und private Gärten zu besuchen. Diesen Winter habe ich mich aber dazu entschieden, zur Abwechslung eine Naturreise auf die Kanarischen Inseln zu machen. Als Landschaftsgärtnerin kann ich nur in der Zeit zwischen November und Februar mehr als ein paar Tage Urlaub machen, da die restlichen Monate meine Hauptarbeitszeit sind.

Obwohl mir bewusst war, dass die größeren Städte auf den kanarischen Inseln nicht so lieblich und romantisch aussehen würden, wie die typischen englischen Städte in York oder Wales, war ich doch überrascht, wie touristisch speziell die Inselhauptstadt war. Es gibt sehr viele hochstöckige Hotelbauten und, da ich in der Nebensaison gereist bin, auch sehr viele Baustellen. Es war ein starker Kontrast zu der wunderschönen Landschaft.

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Vielfältige Eindrücke & einzigartige Flora

Auf dieser Reise haben wir in einer kleinen Gruppe Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera und La Palma besucht. Es war eine sehr angenehme Runde, alle Reisegäste hatten auch großes Interesse an Natur, Ökologie und Gärten. Für mich war es besonders spannend, so viele neue Pflanzen zu entdecken, da es auf den Kanaren sehr viele endemische Pflanzen gibt, die auf Grund des speziellen Klimas und der einzigartigen Bodenverhältnisse nur dort wachsen. Ich war es gar nicht gewohnt, so viele Pflanzen nicht erkennen und bestimmen zu können. Aber darum verreist man ja, um Neues kennenzulernen.

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Zwischen den endemischen Pflanzen fand ich aber doch auch viele bekannte Pflanzenarten. Besonders solche, die wegen der optimalen Lage der Inseln, in subtropischen Breiten und ihre Nähe zu Afrika, hier gut angesiedelt wurden. Es war auch interessant diese Pflanzen in ihrem natürlichen Umfeld zu sehen, viele davon sind bei uns in Mitteleuropa nicht winterbeständig, da sie keinen oder kaum Frost vertragen.

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Exotische Pflanzenpracht

Auf den kanarischen Inseln finden Pflanzen wie Bananenstauden, unterschiedliche Palmenarten und z.B. Papayas ideale Bedingungen, auch bekannte Zimmerpflanzen wie Drachenbaum, Sukkulenten, Schefflera, Weihnachtsstern und Gummibaum wachsen hier in üppiger Pracht in freier Natur. Für mich war das thematisch sehr interessant, da in der letzten Zeit immer mehr meiner Kundinnen und Kunden den Wunsch äußern, exotische Pflanzen in ihren Gärten zu integrieren.

Im Gegensatz zu einer typischen Gartenreise, gab es bei dieser Naturreise keinen begleitenden Botaniker oder Botanikerin. Unser Reiseführer hatte ein umfangreiches Wissen an Geologie, Geschichte, Politik, Wirtschaft und Land & Leute der kanarischen Inseln, aber kein vertiefendes Wissen zur Fauna und den Pflanzen.

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Leichtsinnigerweise habe ich gleich am ersten Tag erzählt, dass ich leidenschaftliche Landschaftsgärtnerin bin, und so wurde ich öfters um Rat gefragt, um Pflanzen zu bestimmen. Das war nicht immer einfach, da es ja so viele spezielle Pflanzen gab, die nur in dieser Gegend wachsen. Ich hatte das Gefühl, dass sogar im Urlaub viele Menschen alle Fakten, Zahlen und Details ganz genau wissen möchten.

Kanarische Gartenkultur

Was mich sehr fasziniert hat auf meiner Reise, war der andere Zugang zum Gärtnern und zur Gartengestaltung allgemein. Hier haben die Gartenbesitzer oft nur winzige Gärten. Der hintere Gartenteil wird oft als Nutzgarten verwendet. Auch hier startet der Gemüseanbau hauptsächlich im Frühjahr, viele Gartenflächen standen in den Startlöchern, wie bei uns, nur früher.

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Der oft winzige Vorgartenbereich war immer mit Kulturpflanzen bestückt. Egal wo wir waren oder wie aufwendig das Anwesen gestaltet war und wenn es nur ein paar Sukkulenten am Nebengebäudedach waren. Auch wenn das Dach schon Schieflage hatte, eine wunderschöne Pflanze hatte davor immer Platz. Das gefiel mir!

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Übrigens greifen auch die Jahreszeiten auf den Inseln durch. Das heißt, dass laubabwerfende Bäume auch hier über den Winter kahl sind, wie z.B. Feigen und Platanen.

Wie immer konnte ich mir sehr viel Inspiration für die neue Gartensaison holen und ich freue mich schon darauf einige der Ideen, die ich auf meiner Reise hatte, bei kommenden Gartenprojekten umzusetzen.